Schnelltest für die Rheumatoide Arthritis

Entwicklung eines Schnelltest-Systems zur frühen und versorgungsrelevanten Detektion immunvermittelter muskuloskelettaler Erkrankungen

Chronische Entzündungsvorgänge des Bewegungsapparates im Rahmen immunvermittelter Erkrankungen können schwere Schädigungen an Gelenken, Muskeln und/ oder Sehnen herbeiführen. Ca. 8% der Weltbevölkerung sind betroffen; allein im deutschsprachigen Raum leiden mehr als 5 Mio Menschen an immunvermittelten Erkrankungen.

Exemplarisch tritt die Rheumatoide Arthritis (RA) als eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen mit einer Häufigkeit von etwa 1% in Nordeuropa auf. Die Bildung von sogenannten Autoantikörpern, z. B. gegen das Protein CCP, ist mit deren Auftreten assoziiert. Diese Antikörper können schon Jahre vor Krankheitsbeginn nachweisbar sein.

Frühdiagnostik von Immunerkrankungen

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Der Frühdiagnostik von Immunerkrankungen wird ein hoher Stellenwert beigemessen, da diese zu einer früheren Therapie und somit zur Vermeidung von Spätfolgen führt. Leider ist die Diagnosestellung meist verzögert, da die Erstvorstellung des Patienten in der Regel beim Hausarzt oder Allgemeinmediziner, bzw. beim Orthopäden, und nicht beim Rheumatologen erfolgt, wo eine spezifische Diagnostik durchgeführt würde.

Daher ist der Bedarf an Frühdiagnostik-Systemen groß, um betroffene Patienten früh zu identifizieren und der spezialisierten Versorgung beim Facharzt zuweisen zu können. Ein Schnelltestverfahren, z. B. auf Basis verschiedener Antikörpertests, existiert zurzeit jedoch noch nicht.

Entwicklung eines Schnelltest-Systems

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Es soll ein Schnelltest-System zum Nachweis von spezifischen Antikörpern verschiedener immunvermittelter Erkrankungen entwickelt werden. Die Zielgruppe umfasst Patienten mit unspezifischen Beschwerden des Bewegungsapparates, die durch eine schnelle Abklärung des Antikörperstatus schneller in die diagnostische Abklärung gebracht werden können.

Zudem soll dieses Testsystem Hinweise auf eine systemische Entzündungsreaktion geben, um die direkte ambulante Versorgung beim Hausarzt oder Allgemeinmediziner zu verbessern. Somit wird das Abwarten auf Laborergebnisse aus dem Zentrallabor vermieden und Entscheidungen zur Weiterbehandlung könnten bereits bei initialer Vorstellung getroffen werden.

Der frühe sensitive und spezifische Nachweis der benannten Antikörperprofile könnte die Diagnosestellung vereinfachen und die Zuweisung des Patienten zum Spezialisten beschleunigen, aber auch Patienten identifizieren, bei denen eine derartige Diagnose ausgeschlossen werden kann.

Interdisziplinäre Expertise

Als Fraunhofer-spezifische Kompetenzen bringt das Fraunhofer ISIT die Siliziumbasierte Biosensorik und die Entwicklung der multiparametrischen Sensorchips (in Kooperation mit dem externen Partner CAMPTON Diagnostics GmbH) in das Projekt ein. Das Fraunhofer IME ergänzt dies durch die medizinische Expertise und den Zugang zu Patientenkohorten und entsprechendem Probenmaterial.

Ausblick

Der gesamte Point-of-Care-Markt ist, wie durch mehrere Studien belegt, in den letzten Jahren stark gewachsen. Für eine schnelle Vor-Ort-Detektion z. B. der Rheumatoiden Arthritis gibt es einen Markt, da es sich um einen innovativen Test handelt, den so bisher noch kein Anbieter im Portfolio hat. Der Nutzen für den Patienten ist sehr hoch, da durch diesen Test eine geeignete Therapie schnell begonnen werden kann.

Vor allem im Bereich der niedergelassenen Ärzte könnte hier ein Markt erschlossen werden, da der Point-of-Care-Test schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann und die Ergebnisse sofort noch während der Vorstellung des Patienten vorliegen. Zudem ist es auch direkt möglich die humorale Entzündungsaktivität abzufragen, für die sonst eine weitere teure Laboruntersuchung mit verzögertem Ergebnis nötig wäre.

In diesem Projekt wird ein innovativer ELISA-Test mittels eines vollautomatischen Biochip-Detektionssystems entwickelt, der auch auf herkömmlichen Mikrotiter-Plattformen verwendet werden kann. Der Charme an dem CAMPTON-System ist, dass dieser ELISA innerhalb weniger Minuten abläuft, was mit der bisherigen Praxis eines ELISA-Tests im Labor nicht gelingt.