Neues Verabreichungssystem für Medikamente bei rheumatoider Arthritis

Extrazelluläre Vesikel bei der rheumatoiden Arthritis (EVRA)

Die rheumatoide Arthritis ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankung der Gelenke. Die fortschreitende Krankheit ist mit einer zunehmenden körperlichen Beeinträchtigung der Betroffenen verbunden. Behandlungskosten und Verlust der Arbeitsfähigkeit führen zu einer erheblichen Belastung des Gesundheitssystems.

Wirksame Transportsysteme für die Verabreichung von Therapeutika sind im Kampf gegen Krankheiten unerlässlich

© Fraunhofer ITEM

Nanotransporter haben als biomolekulare Wirkstoffe aufgrund der nachgewiesenen Verbesserung der therapeutischen Wirksamkeit an Bedeutung gewonnen. Zwei der häufigsten Einschränkungen für eine klinische Translation sind jedoch die Zytotoxizität der bisherigen Materialien und deren Instabilität im Blutkreislauf. Extrazelluläre Vesikel, von mesenchymalen Stromazellen abstammend, sollen diese Einschränkungen überwinden.

Mesenchymale Stromazellen (MSZ) sind eine heterogene Zellpopulation mit der Fähigkeit, Entzündungen zu reduzieren. MSZ-abgeleitete extrazelluläre Vesikel transportieren diese entzündungshemmenden Eigenschaften der Zellen. Sie verbleiben lange im Blutkreislauf und können durch die Blut-Hirn-Schranke und die Synovialmembranen wandern. Zudem weisen sie geringe Zytotoxizität auf und werden nach Transfusion gut vertragen.

Im Rahmen des Projekts sollen MSZ gentechnisch so verändert werden, dass sie den natürlichen Verpackungsmechanismus der Zellen nutzen, um entzündungshemmende Zytokine mit ihren extrazellulären Vesikeln freizusetzen.

Ausblick

Im Rahmen des Projekts sollen mesenchymale Stromazellen genetisch modifiziert werden, damit diese entzündungshemmende Moleküle überexprimieren und über extrazelluläre Vesikel abgeben. Diese werden mittels molekular- und zellbiologischen Analysen charakterisiert. Im Tiermodell können anschließend die immunmodulatorischen Eigenschaften bestimmt und therapeutische Konzepte abgeleitet werden.